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Obristen-Darlehn (colonel’s loan)

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Obristen-Darlehn (colonel’s loan): In alten Dokumenten (hoch)verzinsliche Darlehn, die Obristen – zu dieser Zeit im allgemeinen gesagt von militärischen Kommandoführern über 4’000 bis 5’000 Mann – an Kaufleute und seltener auch an Privathaushalte zumeist kurzfristig verliehen. Bei dem verliehenen Geld handelte es sich von der landesherrlichen Kriegskasse (sovereign war chest) angewiesene Mittel, die zur pünktlichen Besoldung der Soldaten bestimmt waren. Indem die Obristen die Auszahlung des Soldes zeitlich streckten (extended the payment of the salaries to the soldiers), konnten sie durch Darlehnsgeschäfte reichlich Gewinn auf ihre eigene Rechnung erzielen. Wiewohl solche Geschäfte ausdrücklich verboten waren (were expressly prohibited), scheinen sie in den Heeren vieler Staaten nach Ausweis entsprechender Berichte üblich gewesen zu sein. – Siehe Dänengeld, Festungsgeld, Grabengeld, Heergeld, Hussengeld, Kavalleriegeld, Knickgeld, Kontribution, Manubien, Parallel Banking, Quartiergeld, Rockgeld, Satisfaktionsgeld, Schattenbank, Türkengeld.


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