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Geldstolz (purse-pride)

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Geldstolz (purse-pride): Die Selbstzuschreibung persönlicher Vorzüge nur aufgrund der Tatsache, dass die betreffende Person über reichlich Geld oder Vermögen verfügt. Damit verbunden ist immer auch eine Geringschätzung anderer Menschen. – Von der frühsozialistischen und marxistischen Anklageliteratur (accusatory literature) gegen die Geldwirtschaft wurde wiederholt behauptet, dass im Geld selbst eine zwingende Notwendigkeit zur Herausbildung von Geldstolz liege, und dass vor allem die im Geldsektor Beschäftigten daher charakterlich gefährdet seien. Auch aus diesem Grund müsse das Geld abgeschafft und der Tauschverkehr durch Amtswalter des Volkes besorgt werden, nämlich durch Funktionäre der sozialistischen Partei, der Vorhut und des Wegbereiters, der Avantgarde auf dem Weg in die goldene Zukunft der Menschheit – auch gegen den Widerstand Ewiggestriger (old-world protectionists, backward fundamentalists, reactionaries: they should be given the time and opportunity to accept the new sense of being in socialistic re-education camps). – Siehe Actus-purus-Grundsatz, Argyromanie, Chremagogik, Chrematonomie, Geiz, Geldabschaffung, Geldethik, Geldheini, Geldquetscher, Geldraffer, Geldphilosophie, Geldprotz[er], Geldrechenhaftigkeit, Geldverkettung, Geldsoziologie, Geldzweck, Mammonismus, Misochrematie, Regionalgeld, Schmuckgeld, Tausch-Gutschein, Ungüter.


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