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Geldeuropäer (money Europeans)

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Geldeuropäer (money Europeans): Um 2012 aufgekommene abschätzige Bezeichnung seitens „Kulturschaffender“ (persons engaged in the cultural sector; cultural producers) gegenüber den Vertretern der ökonomischen Vernunft, die für eine ungeschmälerte Masstab-Eigenschaft des Geldes eintreten. Es wurde – unter anderem in öffentlichen Aufrufen – behauptet, das politische und kulturelle Zusammenwachsen Europas würde durch ein „dogmatisches Verharren“ (sticking to dogmatic positions) auf der Stabilität des EUR verhindert. Inwiefern von einem inflationären EUR eine Brücke zur Einheit Europas führt, wird indessen natürlich nicht näher erklärt. – Auch ist keineswegs einzusehen, wieso aus einem europäischen Grossraum auf einmal mehr Kulturleistungen (cultural achievement) hervorspriessen sollte. Ohne andere zu vergessen: Johann Wolfgang Goethe hat aus einem Provinznest (sleepy provincial town) ein kulturelles Zentrum Europas gemacht, Immanuel Kant brachte das abseitige Königsberg zur Weltgeltung (worldwide reputation), und Schloss Esterházy wäre ohne Joseph Haydn nur ein Gebäude unter vielen. Die kulturelle Identität (cultural identity) Europas ist eine Einheit in der Vielfalt (unity in diversity), der Offenheit und des Wettbewerbs. Von daher ist auch nicht einzusehen, warum der wiederholten Forderung nach einem europäischen Kulturministerium nachgegeben werden sollte. – Eine europäische Kultur-Bureaukratie ist das Letzte was Europa benötigt. Die politische Bedeutung Europas in der Welt hängt in erster Linie entscheidend vom wirtschaftlichen Erfolg ab. Dessen notwendige Voraussetzung (necessary condition) jedoch ist stabiles Geld. Dies hat sich letzten Endes immer als die beste Kulturförderung gezeigt. – Siehe Europhobie, Falke, Geld, sittliches, Geldbewusstsein, Geldleute, Geldwertstabilität, Geldzweck, Hellenoschwärmerei, Inflation, Inflations-Steuer, Nominalwertprinzip


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