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Agiotage (stock-jobbery; defraud)

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➀ Gründer einer Aktiengesellschaft begeben Aktien und versprechen glänzende Geschäfte. Die Aktie wird daraufhin mit einem hohen Aufgeld (Agio) gezeichnet. Nunmehr verkaufen die Gründer die Aktien wieder und streichen den Gewinn ein. Es war von vornherein gar nicht beabsichtigt, das Aktienkapital zu Investitionen einzusetzen. – Dank der Wachsamkeit der Börsen und der Aufsichtsbehörden sind solche, vor allem in 19. Jht. häufige Praktiken heute sehr selten geworden. Agiotage in dieser Form kommt aber auf dem grauen Markt auch jetzt noch immer vor. – ➁ Früher auch gesagt vom Handel mit Devisen, Wertpapieren und anderen Vermögenswerten gegen hohes Aufgeld; allgemein wucherische Geschäfte (hawkish deals) auf dem Finanzmarkt. In diesem Sinne häufig gebraucht in der sozialistischen Anklageliteratur (accusatory literature) des 19 Jhts. gegen das marktwirtschaftliche System (marked-based economy). – ➂ Anderer Ausdruck für (durchaus legale) Differenzgeschäfte.
Siehe Commercials, Dampfstube, Danismus, Finanzgeier, Geldsauger, Gründungsschwindel, Insider-Umsatz­anreize, Kapitalmarkt, grauer, Kulisse, Leerverkauf, Marktaktivität, vorgetäuschte, Misochrematie, Offshore-Finanzplätze, Racheengel, Rebbes, Rohstoff-Terminvertrag, Schmu, Schwindelbank, Stockjobber, Sündengeld, Übersatz, Underground Banking, Wucher.


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