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Aberdepot auch Stückedepot und Summendepot (bonds account, depositum irregulare)

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Eine (heute seltenere) Form der Verwahrung von Wertpapieren durch eine Bank. Der Depotkunde hat hier (im Gegensatz zur üblichen Wertpapier-Verwahrung) bloss einen schuldrechtlichen Anspruch (contractual claim under the law of obligations) gegenüber der Bank auf Titel derselben Art und Menge; siehe § 700 BGB. Im Falle der Insolvenz des verwahrenden Instituts bleibt dem Kunden lediglich eine Forderung an die Insolvenzmasse (assets available for distribution among the unsecured creditors), nicht aber ein Aussonderungsrecht (right of recovery, third party right). Als unregelmässige (aber = hier: regelwidrig, unecht; wie etwa in aberklug, abergläubig) Verwahrung unterliegt das Stückedepot nicht den Bestimmungen des Depotgesetzes, vielmehr gilt ein Verwahrungsvertrag (contract of deposit) nach § 700 BGB. – Der Vorteil eines Aberdepots besteht darin, dass die verwahrende Bank dem Kunden (in der Regel) keine oder nur geringe Depot-Gebühren (custodian fee, safe custody charges) berechnet.
Siehe Depotbank, Depotgesetz, Depotquittung, Omnibus-Konto, Street Name, Verwahrstelle, Zentralverwahrer, Zwischenverwahrung.


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